Historie Kalköfen
Anekdoten
30.01.2006 - 12:29

Da auch früher im Winter das Baugewerbe stillstand, sangen die Kalkbrenner:

Die Kalkbrenner san lustig, aber nur im Summer,
im Winter schreit der Geldbeutel vor lauter Hunger.

Kalk

ältestes Bindemittel beim Bau und doch hochmodern, ohne Kalk würde unsere gesamte
hochtechnisierte Industrie stillstehen

Bereits aus dem 3. Jahrtausend vor Chr. sind Kalköfen zur Herstellung von Brandkalk
in Mesopotamien bekannt. Das "Grab des Tauchers" ein Freskobild eines unbekannten
griechischen Malers wurde auf 500 v. Chr. datiert . Die Ägypter bauten mit über
2 Millionen Kalksteinquadern
die 137 m hohe Cheopspyramide und die Chinesen verwendeten bereits Kalk als
Bodenverfestiger für die Fundierung der 2500 km langen "Chinesischen Mauer".
Mit Kalk wurden bei den Assyrern Felle gegerbt und Kalk wurde zur Glasherstellung
und Glasfärbung verwendet. Die Römer setzten Kalk in Verbindung mit "Pozzuolane"
zur Fertigung der Äquadukte ein und machte diese wasserfest. Alle noch erhaltenen
Bilder der großen Meister sind in Freskomalerei gefertigt , eine Maltechnik ganz
auf Kalkbasis.Unsere gesamten Bauwerke wären ohne Kalk nicht möglich und wurden
mit Kalk gestaltet.
Unter Kalk verstehen wir sowohl den reinen Kalkstein (CaCO3) als auch den daraus
durch Brennen hergestellten "gebrannten Kalk" (CaO) . Wird gebrannter Kalk mit W
asser in Verbindung gebracht entsteht daraus "Gelöschter Kalk" (Ca(OH)2).
Das Ausgangsprodukt Calciumcarbonat kommt in der Natur meist als Calcit, also
Kalkstein vor. Die Vorräte an Kalkstein sind fast unbegrenzt: etwa 7% der Erdkruste
bestehen aus diesem Mineral. Calcium ist das fünfthäufigste Element in der Erdkruste,
mit einem Anteil von ca. 4%. Kalkstein wird bergmännisch im Tagebau gewonnen.
Natürliches Calciumcarbonat wird zum größten Teil in der Bauindustrie, z. B. im
Straßenbau und in der Zementindustrie eingesetzt. Darüber hinaus dient es zur
Herstellung von gebranntem Kalk; es wird in der Industrie als Fluss- und
Raffinationsmittel (Entschwefelungsmittel) sowie als Sinterhilfsmittel und
Schlackenbildner in der Metallurgie verwendet, z. B. bei der Erzeugung von Roheisen.
Große Mengen von Kalkstein gehen in die Landwirtschaft, in die Glasherstellung und
als Entschwefelungsmittel in die Rauchgasreinigung und auch bei der Herstellung von
Anstrichmitteln findet das Material Verwendung.

Beim "Kalkbrennen" wird der Stückkalk durch Zufuhr von thermischer Energie, früher
meist durch Holzfeuer, heute durch Gas,Kohle oder Strom, zersetzt. Das heißt bei der
Zersetzungsreaktion von CaCO3 wird bei Temperaturen bis zu 1100 °, Kristallwasser
und Kohlensäure abgespalten, es entsteht Calciumoxid.

Wird dieser Brandkalk nun wieder mit Wasser versetzt (gelöscht), entsteht Kalkhydrat
bzw. Calciumhydroxid. Kalkhydrat wird heute meist industriell, gefertigt indem dem
Brandkalk soviel Wasser zugegeben wird als dieser durch das Brennen als Kristallwasser
verloren hat dadurch zerfällt der gebrannte Stückkalk zu Staub. Bei der anderen Art des
Kalklöschens (Nasslöschen) wird mit einem Überschuß an Wasser (ca. die 3fache Volumen-Menge)
ein Kalkbrei erzeugt, den sogenannten "Sumpfkalk"(Ca(HO)2 der eine gewisse Zeit in der Kalk-
grube eingesumpft wird. Je länger dieser eingesumpft wird um so "fetter" wird dieser Sumpfkalk.
In früheren Zeiten wurde Sumpfkalk, der zum Malen verwendet wurde, 8-10 Jahre eingesumpft.

Sumpfkalk und Kalkhydrat wurden und werden meist zu Verputzarbeiten verwendet. Dieses
Bindemittel reagiert (bindet) nicht mit Wasser sondern mit der Kohlensäuere aus der Luft.
Daher der Name "Luftkalk". Der Kalk nimmt im nassen zustand die beim Brand entzogene
Köhlensäure auf und wird dadurch wieder zu Calciumcarbonat. Die Festigkeit von abgebundenem
Kalk beruht auf den Verwachsungen und Verfilzungen der gebildeten Calciumcarbonatkristalle.


hafenpaddler


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